{"id":3459,"date":"2020-07-28T09:52:32","date_gmt":"2020-07-28T07:52:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freizeittourer.de\/?page_id=3459"},"modified":"2020-10-29T09:32:32","modified_gmt":"2020-10-29T07:32:32","slug":"altmarkrundkurs","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freizeittourer.de\/?page_id=3459","title":{"rendered":"Altmarkrundkurs"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/04072020_0_gross-1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3522 alignleft\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Zum Vergr\u00f6\u00dfern klicken\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/04072020_0_gross-300x250.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/04072020_0_gross-300x250.jpg 300w, https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/04072020_0_gross-768x639.jpg 768w, https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/04072020_0_gross.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Endlich wieder auf Tour! Wir sind vom 04.07. \u2013 11.07.2020 unsere bisher l\u00e4ngste (8 Tage) und weiteste (528km) Radtour in Angriff genommen. Der Rundkurs durch die Altmark ist ein Paradies f\u00fcr ruhe suchende Zeitgenossen. Wir haben manchmal stundenlang keine Menschenseele getroffen. Deshalb gab es auch nur sehr wenige M\u00f6glichkeiten (eigentlich fast keine), sich mit Kaltgetr\u00e4nken oder einer Currywurst zu versorgen. Die Radwege sind teilweise von sehr schlechter Qualit\u00e4t und haben ihren Namen nicht immer verdient. Grober Schotter oder Treibsand haben uns das Leben manchmal schwer gemacht. Hinzu kamen starker Gegenwind und Regen. Trotzdem sind wir froh und auch etwas stolz, es gewagt und geschafft zu haben. Wir haben sieben verschiedene Unterk\u00fcnfte kennen gelernt und sehr unterschiedliche Arten, ein Fr\u00fchst\u00fcck bereit zu stellen, denn die besondere Situation (Corona) erforderte gro\u00dfe Kreativit\u00e4t. Wir haben viele nette Menschen getroffen, die sehr bem\u00fcht und hilfsbereit waren. Alle haben versucht, es f\u00fcr uns so angenehm wie m\u00f6glich zu machen.<\/p>\n<p>Seit vielen Monaten hatte ich die Unterlagen bereitliegen und jetzt war es endlich soweit, wir wollten unsere bisher l\u00e4ngste Tour in Angriff nehmen. Da der Radweg durch die Altmark ein Rundkurs ist, konnten und wollten wir so das Fahren mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln in der jetzigen Situation vermeiden, denn schlie\u00dflich geh\u00f6ren wir schon seit Jahren aufgrund unseres Alters zur Risikogruppe. Au\u00dferdem versprach diese Region in Sachsen-Anhalt flaches Gel\u00e4nde, zahlreiche sehenswerte ehemalige Hansest\u00e4dte und viel Ruhe und Natur \u2013 also perfekte Bedingungen.<\/p>\n<p>Als Startpunkt hatten wir Gardelegen gew\u00e4hlt. Am Samstag, den 4.7.2020 machten wir uns um 8.45 Uhr auf den Weg Richtung Wolfsburg. Die R\u00e4der waren sicher auf dem Dach unseres Autos untergebracht, denn der Wind war recht kr\u00e4ftig. Die Fahrt verlief sehr ruhig, keine Staus.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3524 alignright\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Das B\u00fcro der Volkssolidarit\u00e4t war leider geschlossen\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/04072020_2.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"215\">Bereits um 13.45 Uhr erreichten wir nach ca. 450 km unser Ziel. Im Hotel Reutter-Haus war unser Zimmerschl\u00fcssel im einem kleinen Safe hinterlegt. Wir waren vermutlich die einzigen G\u00e4ste. Das Zimmer war gro\u00df, hell und sehr sauber. Wir k\u00f6nnen das Hotel ohne Einschr\u00e4nkungen empfehlen. Schnell hatten wir die R\u00e4der sicher im Keller abgestellt und unsere Sachen aufs Zimmer gebracht. Jetzt wollten wir die Stadt erkunden und die lokalen Hopfenspezialit\u00e4ten kosten. Die ehemalige Hansestadt Gardelegen ist fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig die drittgr\u00f6\u00dfte Stadt Deutschland, hat aber nur ca. 22.000 Einwohner und die waren an diesem Samstag wohl alle zuhause, denn auf den Stra\u00dfen war so gut wie nichts los, wie ausgestorben. Unser Hotel lag sehr zentral und wir erreichten nach wenigen Minuten den Marktplatz. Die Innenstadt ist recht h\u00fcbsch. Um das Zentrum verl\u00e4uft ein Wall und ein Stadtgraben. Es hatte nur eine Lokalit\u00e4t ge\u00f6ffnet und bevor die auch noch Feierabend macht, entschieden wir uns f\u00fcr eine Pause (der Stachelbeerkuchen war echt lecker!).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3523 alignleft\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Den Stachelbeerkuchen kann ich empfehlen\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/04072020_1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"146\"><\/p>\n<p>Danach setzten wir unseren Rundgang fort. Die Suche nach einem Restaurant f\u00fcr das Abendessen blieb erfolglos. Kurz auf dem Zimmer etwas frisch machen und dann wieder in die Stadt \u2013 in das gleiche Lokal wie am Nachmittag. W\u00fcrzfleisch und Hamburger f\u00fcr mich sowie einen Salat mit Pute f\u00fcr meinen Schatz. Der anschlie\u00dfende Verdauungsspaziergang f\u00fchrte uns diesmal auf die andere Seite der Stadt. Vorbei am Salzwedeler Tor und Stendaler Tor entdeckten wir in den Wallanlagen ein kleines Tiergehege mit Ziegen, Rehen usw. Leider hatten wir kein Futter dabei. Danach ab ins Hotel und aufs Bett legen, denn Morgen werden wir unsere Kr\u00e4fte brauchen.<\/p>\n<hr>\n<h4>1.Etappe &#8211; Von Gardelegen nach Drebenstedt<\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3525 alignright\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Die R\u00e4der beladen und los\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/05072020_1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"261\">Wir haben sehr gut geschlafen. Es war ruhig, obwohl unser Zimmer zur Stra\u00dfe lag und die Kopfkissen waren toll. Nach einer erfrischenden Dusche wurden die Radklamotten angezogen. Wir hatten das Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr 8.00 Uhr bestellt. Ein Blick aus dem Fenster verriet, der Wind ist noch da, aber daf\u00fcr ist es trocken. Das Fr\u00fchst\u00fcck wurde am Tisch serviert mit allem, was das Herz begehrt. Das frisch zubereitete R\u00fchrei war sehr lecker, aber deutlich zu viel. Jeder noch ein Br\u00f6tchen f\u00fcr Unterwegs einpacken, danach bezahlen, R\u00e4der aus dem Keller holen und los gings. Wir durften unser Auto bis zu unser R\u00fcckkehr kostenlos im Innenhof stehen lassen.<\/p>\n<p>9.00 Uhr \u2013 wir starten. Der Einstieg in den Rundkurs wurde Dank GPS-Unterst\u00fctzung schnell gefunden. F\u00fcr heute sind ca. 75 km geplant. Der Wind nimmt zu und es wird h\u00fcgelig. Das hatte ich so nicht erwartet! Fieser Gegenwind und Anstiege sind bei Genussradlern nicht sonderlich beliebt und weit und breit keine Einkehrm\u00f6glichkeiten zur Erholung. Auch die Qualit\u00e4t der Radwege ist zum Teil sehr schlecht. Grobes Kopfsteinpflaster, Schotter oder Treibsand verderben uns die Laune. und jetzt setzt auch noch der Regen ein. Das macht Spa\u00df!!!<\/p>\n<p>Endlich &#8211; in Kl\u00f6tze ergibt sich eine M\u00f6glichkeit zur Getr\u00e4nkeaufnahme und f\u00fcr eine Pause. 4,40 \u20ac f\u00fcr ein Weizenbier hatte ich hier nicht vermutet \u2013 stolzer Preis f\u00fcr so einen Ort. Egal, wir haben es uns verdient. Gut gest\u00e4rkt geht es danach weiter.<\/p>\n<p>Menschen haben wir erst einmal nicht mehr getroffen, daf\u00fcr aber fr\u00f6hliche Rehe und einen Bussard (vermutlich). Am Nachmittag kommt auch Regen dazu und zwar so stark, dass wir die Regensachen anziehen und die R\u00fccks\u00e4cke abdecken m\u00fcssen. Unsere Radtour h\u00e4tte kaum schlechter starten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zur Sicherheit rufe ich in der Pension an, um Bescheid zu sagen, dass wir auf jeden Fall noch kommen. Der Eigent\u00fcmer, Herr J\u00e4ger, beruhigt mich und gibt noch Tipps f\u00fcr die weitere Streckenf\u00fchrung. Das Fahren in Regenklamotten ist schon nicht so toll, aber jetzt werden wir im Wald noch zus\u00e4tzlich von gro\u00dfen schwarzen Schnaken angegriffen. Was haben wir nur verbrochen? Die n\u00e4chsten Tage k\u00f6nnen nur besser werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3567 alignleft\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Ankunft in der Pension Zur Eiche\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/05072020_4.jpg\" alt=\"\" width=\"287\" height=\"283\">Gegen 17.00Uhr erreichen wir endlich die Pension \u201eZur Eiche\u201c in Drebenstedt. Herr J\u00e4ger erwartet uns schon. Heute haben wir 80 km unter schwierigen Bedingungen geschafft. Der Regen wird weniger und wir st\u00e4rken uns mit einem k\u00fchlen Bier. Danach kurz auspacken und die Sachen zum Trocknen aufh\u00e4ngen. Das Zimmer ist o.k. und ziemlich neu. Das Bad ist sogar sehr gut und macht Lust auf eine Dusche.<\/p>\n<p>Es sind noch zwei weitere Zimmer belegt und da es im Ort keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein Abendessen gibt, f\u00e4hrt uns Herr J\u00e4ger und die anderen G\u00e4ste mit seinem Bulli zum einem Lokal im n\u00e4chsten Ort. Das Essen ist nicht so toll, aber auch das kann uns heute nicht mehr erschrecken. Daf\u00fcr hatten wir nette Gespr\u00e4che mit den anderen G\u00e4sten. Nach der R\u00fcckkehr hei\u00dft es ausruhen und hoffen, dass es Morgen besser wird. Ein Rundgang durch den Ort lohnt sich nicht, denn hier gibt es nicht viel zu entdecken.<\/p>\n<p>Noch etwas Fernsehen und dann schlafen. Hoffentlich wirds Morgen besser.<\/p>\n<hr>\n<h4>2.Etappe \u2013 Von Drebenstedt nach Arendsee<\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3572\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Abschiedsdfoto mit Eiche\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/06072020_1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\">Die Nacht war ruhig, aber ziemlich warm. Trotzdem haben wir ganz gut geschlafen. Das Fr\u00fchst\u00fcck war o.k., aber nichts Besonderes. Insgesamt war die Unterkunft mit 65,-\u20ac inkl. Fr\u00fchst\u00fcck aber voll in Ordnung. Herr J\u00e4ger hat sich sehr bem\u00fcht, war hilfsbereit und sehr freundlich. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck machen wir noch Abschiedsfotos unter der namensgebenden gro\u00dfen Eiche und besuchen die kleine Kirche, die extra f\u00fcr uns aufgeschlossen wurde.<\/p>\n<p>Es ist 9.00 Uhr (wie immer) und wir starten in die 2.Etappe. Heute sind 60 km geplant. Es ist trocken und die Fahrt l\u00e4uft heute viel entspannter als Gestern. Auch die Wege sind heute besser und auf Steigungen warten wir vergeblich. Im n\u00e4chsten Ort werde ich Batterien f\u00fcr das GPS-Ger\u00e4t besorgen, denn der Vorrat geht zu Ende und da will ich nichts riskieren. In einem kleinen Ort entdecke ich ein Schreibwarengesch\u00e4ft und schlage zu. Leider geben die teuren Batterien schon nach einer Stunde den Geist auf. Wie lange haben die wohl in dem Laden gelegen? Da kauf&#8220; ich nicht wieder!<\/p>\n<p>Wir erreichen gegen Mittag bei Sonnenschein die Hansestadt Salzwedel. Am Eingang zur Stadt versorge ich uns beim Aldi mit frischen Batterien. Auf dem Parkplatz finden ich noch einen Euro und kann so den Preis f\u00fcr die Batterien weiter senken.<\/p>\n<p>In Salzwedel ist das Probieren von Baumkuchen Pflicht, denn diese Spezialit\u00e4t ist hier an jeder Ecke zu finden. Bei einer Pause auf dem gro\u00dfen Platz vor dem Rathausturm komme ich dieser Pflicht nach. Schmeckt echt lecker und hat gar keine dunkle Schokolade, wie es hier bei uns manchmal zu finden ist. Die Innenstadt ist sehr h\u00fcbsch. Es gibt viele restaurierte H\u00e4user und eine belebte Einkaufsstra\u00dfe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3574\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Ein sch\u00f6ner Platz f\u00fcr das 2. Fr\u00fchst\u00fcck\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/06072020_3.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"236\">Danach schieben wir die R\u00e4der durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone und setzen die Reise fort. Die Wolken werden dichter und in einem Wald werden wir von einem kr\u00e4ftigen Schauer \u00fcberrascht. Zum Gl\u00fcck finden wir einen Unterstand und nutzen die Zwangspause f\u00fcr das zweite Fr\u00fchst\u00fcck. Die Regensachen bleiben im Rucksack.<\/p>\n<p>Der Wind ist zwar immer noch da, aber nicht mehr so stark und ab \u201eEickhorst\u201c fahren wir Richtung Osten und haben daher R\u00fcckenwind. Toll! Jetzt kommen wir gut voran und das Wetter spielt auch mit. Gegen 15.00 Uhr erreichen wir die Pension \u201eZur Wildgans\u201c am Arendsee. Unser Zimmer geht \u00fcber 2 Etagen und hat sogar eine kleine K\u00fcche. WLAN muss extra aktiviert werden und steht nicht automatisch zur Verf\u00fcgung. Die Installation klappt beim zweiten Anlauf. Nach der Dusche machen wir einen Rundgang zum See. Die Sonne scheint, aber es ist zu kalt. Die Badesachen bleiben eingepackt.<\/p>\n<p>Das Abendessen im angeschlossenen Restaurant ist super lecker. Ich habe mich f\u00fcr eine Currywurst mit Fritten entschieden (war nicht schwer) und f\u00fcr mein Schatz gab es Spinattaler mit Kroketten. Nach dem Essen folgt der \u00fcbliche Verdauungsspaziergang durch die Umgebung. Wir sind auf der Nordseite des Sees untergebracht. Am S\u00fcdufer gibt es viel Tourismus und zahlreiche Lokalit\u00e4ten. Hier herrscht Ruhe.<\/p>\n<hr>\n<h4>3.Etappe \u2013 Von Arendsee nach Osterburg<\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3577\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Ein riesiges \u00dcberraschungsfr\u00fchst\u00fcck als Lunchpaket\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/07072020_1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"248\">Die Nacht war ruhig. Wir konnten sehr gut schlafen, auch weil es nicht so warm war. Bei der Buchung des Zimmers hatte man mir gesagt, es werde nur ein Lunchpaket geben und kein Fr\u00fchst\u00fcck. P\u00fcnktlich um 8.00 Uhr hing eine riesige T\u00fcte an der Zimmert\u00fcr. Wir staunten nicht schlecht, was man uns da eingepackt hatte. Es war alles vorhanden, und viel zu viel. Da hat es jemand sehr gut mit uns gemeint. Sogar Getr\u00e4nke f\u00fcr Unterwegs waren dabei. Wir k\u00f6nnen auch diese Pension wirklich empfehlen.<\/p>\n<p>Wie an den Vortagen, brechen wir so gegen 9.00 Uhr auf. Heute liegen ca. 70 km vor uns. Wir werden die Elbe erreichen und wieder ein St\u00fcck des Elberadweges abfahren k\u00f6nnen. \u00dcbernachten wollen wie in der Hansestadt Osterburg. Die Sonne scheint, aber es ist noch etwas frisch.<\/p>\n<p>Der Weg f\u00fchrt uns zun\u00e4chst durch viel Wald mit herrlichen saftig gr\u00fcnen Farnen. Am Ende eines Waldabschnitts h\u00f6ren wir pl\u00f6tzlich sehr lautes Wolfsgeheul, halten es aber zun\u00e4chst f\u00fcr eine Sirene. Weit entfernt k\u00f6nnen wir den Wolf sehen. Es dauert aber viel zu lange, bis ich das Fernglas zur Hand habe &#8211; der Wolf verschwindet wieder im Wald.<\/p>\n<p>Kurz danach erreichen wir die Elbe. Wir suchen uns eine Bank, greifen zum Br\u00f6tchen und genie\u00dfen die Aussicht. Hier ist deutlich mehr los und wir treffen weitere Tourer. Der Elberadweg ist wesentlich bekannter und scheinbar auch beliebter. Nach kurzer Pause geht es weiter. Am Deich entlang zu fahren, umgeben vom Wasser und Schafen, ist eine reine Freude.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3580\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Ein Radler f\u00fcr die Radler\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/07072020_2.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"294\">Direkt am Deich entdecken wir eine M\u00f6glichkeit, etwas Kaltes zu trinken. Ein Anwohner hat f\u00fcr die vorbei kommenden Radler einen K\u00fchlschrank hingestellt und bietet Getr\u00e4nke zum Selbstkostenpreis. Man wirft einen Euro in eine Box und bedient sich selbst. Ein toller Service. Nebenan gibt es sogar noch eine sehr liebevoll hergerichtete Toilette. Wir nehmen das erste Angebot sehr gerne an. Kurz danach kommen wir an einer Schafherde mit vier Eseln vorbei, die den Deich ablaufen und das Gr\u00fcn pflegen.<\/p>\n<p>Einige Kilometer weiter durchfahren wir die Hansestadt Seehausen. Wir schauen uns die Petri-Kirche aus dem 13. Jahrhundert an, aber sonst gibt es nichts, was einen l\u00e4ngeren Aufenthalt rechtfertigen w\u00fcrde. Nicht ein Lokal hat ge\u00f6ffnet. Traurig f\u00fcr eine Hansestadt! Also durch und weiter.<\/p>\n<p>Um 15.45 Uhr erreichen wir unser heutiges Tagesziel Osterburg. In der Haupteinkaufsstra\u00dfe legen wir einen Stopp ein, denn unser Hotel \u00f6ffnet erst um 17.00 Uhr. In Sch\u00e4fers Grillst\u00fcbchen probiere ich die Mini-Currywurst \u2013 ging so. Au\u00dferdem nutze ich die Gelegenheit, in einem Fachgesch\u00e4ft meine Schaltung am Rad kontrollieren zu lassen, damit das st\u00e4ndige Knacken aufh\u00f6rt. War angeblich nur etwas verstellt. Ich bin skeptisch.<\/p>\n<p>Heute hatten wir Gl\u00fcck mit dem Wetter. Das Regenzeug kam nicht zum Einsatz. Um 17.00 Uhr gehen wir ins Hotel \u201eZum Kanzler\u201c und werden sehr freundlich begr\u00fc\u00dft. Wahrscheinlich sind wir wieder die einzigen G\u00e4ste. Wir beziehen unser gro\u00dfz\u00fcgiges Zimmer (getrennte Betten) und stellen mit Schrecken fest, dass die Lenkertasche (Luise) meiner Frau vom Desinfektionsmittel geflutet wurde. Wir legen den Inhalt (Papiere, Geld usw.) zum Trocknen auf die Heizung und verst\u00e4ndigen unsere Kinder, dass wir gut am Tagesziel angekommen sind.<\/p>\n<p>Danach erkunden wir die Stadt zu Fu\u00df und stolpern beim Rundgang \u00fcber ein griechisches Restaurant. Wir kehren ein und werden nicht entt\u00e4uscht. Das Essen ist sehr lecker und der Wirt (Grieche halt!) \u00fcberaus freundlich. Leider hat es zwischenzeitlich begonnen zu regnen und durch unseren Optimismus haben wir weder Regenjacke noch Schirm dabei. Der Wirt (Christos) versteht unser Problem und leiht uns einen Schirm, den wir am n\u00e4chsten Morgen nat\u00fcrlich zur\u00fcckbringen. So kommen wir einigerma\u00dfen trocken in unsere Unterkunft.<\/p>\n<p>Es war eine sehr sch\u00f6ner Tag. Wir haben viel gesehen und erlebt. Auch der Wettergott war uns gn\u00e4dig. So kann es Morgen gerne weitergehen.<\/p>\n<hr>\n<h4>4.Etappe \u2013 Von Osterburg nach Klietz<\/h4>\n<p>Die Nacht war nicht so toll. Obwohl es von der Stra\u00dfe her ruhig war, lagen wir beide um 1.30 Uhr wach und hatten M\u00fche wieder einzuschlafen. Vielleicht waren wir auch zu aufgedreht und konnten nicht so richtig &#8218;runterfahren. Es sind aber auch super spannende Tage.<\/p>\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck war sehr opulent, mit reichlich R\u00fchrei und allem drum und dran. Wir bekommen sogar Alufolie und eine T\u00fcte f\u00fcr unsere \u00fcbliche Wegzehrung. Der Blick aus dem Fenster verhei\u00dft gutes Wetter. Die Sonne ist schon aufgestanden und wird uns hoffentlich lange begleiten. Nach den mir zur Verf\u00fcgung gestandenen Unterlagen, habe ich f\u00fcr heute ca. 77 km geplant. Leider kann man sich auf Unterlagen nicht immer verlassen.<\/p>\n<p>Heute kehren wir wieder an die Elbe zur\u00fcck und werden die Hansest\u00e4dte Werben und Havelberg kennenlernen. Zwischenzeitlich ist \u201eF\u00e4hre fahren\u201c angesagt. Wir werden die Elbe mit der R\u00e4bel F\u00e4hre \u00fcberqueren.<\/p>\n<p>Die Strecke f\u00fchrt zun\u00e4chst durch mehrere kleine Orte, die weder sehenswert noch interessant sind. \u00dcberall entdecken wir St\u00f6rche auf den D\u00e4chern. Kein Wunder, denn hier verl\u00e4uft auch die \u201eStorchenroute\u201c. Scheint fast so, als g\u00e4be es hier mehr St\u00f6rche als Menschen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3582\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Im Gutshaus B\u00fcttnershof direkt vor dem Standesamt\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_1-265x300.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_1-265x300.jpg 265w, https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_1.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Kurz vor Werben kommen wir am Gutshaus B\u00fcttnershof vorbei. Ein Restaurant mit Biergarten und Standesamt!! und es hat sogar ge\u00f6ffnet \u2013 ein Wunder. Diese Chance lassen wir uns nat\u00fcrlich nicht entgehen, denn ob wir heute noch eine weitere bekommen, ist mehr als fraglich. Die N\u00e4he zum Elberadweg ist auch hier zu sp\u00fcren, denn es treffen immer mehr Tourer ein und wir kommen schnell ins Gespr\u00e4ch. Die meisten fahren die Elbe entlang oder sind Tagesausfl\u00fcgler. Durch die Altmark scheint sich keiner zu trauen. Das Bier ist lecker, aber wir m\u00fcssen weiter. Den einen oder anderen treffen wir sp\u00e4ter auf der F\u00e4hre wieder.<\/p>\n<p>Die ehemalige Hansestadt Werben ist ein verschlafenes Dorf, h\u00fcbsch restauriert, mit Blumen und vielen Storchennestern. Gesch\u00e4fte oder Menschen haben wir nicht gesehen. Werben ist die drittkleinste Stadt in Sachsen-Anhalt und geh\u00f6rt zu den 20 kleinsten in Deutschland. Das erkl\u00e4rt einiges.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3584\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Auf der R\u00e4bel-F\u00e4hre \u00fcber die Havel\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_2-225x300.jpg\" alt=\"Auf der F\u00e4hre \u00fcber die Havel\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_2-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_2.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>An der R\u00e4bel Fahre angekommen, m\u00fcssen wir nicht lange warten, bis wir \u00fcbersetzen k\u00f6nnen. 2,-\u20ac pro Person ist o.k. Auf der anderen Seite k\u00f6nnen wir Havelberg schon sehen, aber es ist noch ein St\u00fcck bis dahin und der Himmel wird dunkler und zieht sich langsam zu. Der Name der Stadt enth\u00e4lt bereits die Silbe \u201eBerg\u201c und genauso ist es auch. Die Sehensw\u00fcrdigkeiten der Hansestadt Havelberg liegen \u00fcberwiegend auf einem Berg. Wir nutzen die vielleicht letzte M\u00f6glichkeit zur Getr\u00e4nkeaufnahme direkt an der Havel und machen uns danach auf die letzten 30 km, denn der Regen droht uns. Die Baudenkm\u00e4ler m\u00fcssen wir uns leider sp\u00e4ter im Internet anschauen.<\/p>\n<p>Auf den n\u00e4chsten Kilometern m\u00fcssen wir improvisieren, denn die Streckenf\u00fchrung stimmt nicht, aber mit dem GPS-Ger\u00e4t finden wir eine Alternativroute. Unser Etappenziel in Klietz ist fast erreicht und das Wetter hat gehalten. Wir brauchen die Regensachen nicht auspacken.<\/p>\n<p>Unser heutiges Ziel ist das Land-gut-Hotel Seeblick in Klietz, eine recht gro\u00dfe Anlage und mit 89,-\u20ac gleichzeitig die teuerste Unterkunft unser diesj\u00e4hrigen Radtour. Statt der geplanten 73 km sind es heute fast 90 km geworden. Ich wei\u00df wirklich nicht, warum es soviel mehr geworden sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3585\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Das Hotel Seeblick in Klietz\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_3-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_3-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/08072020_3.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Beim Einchecken erfahren wir, dass das Hotel \u00fcber eine eigene kleine Brauerei verf\u00fcgt. Bevor wir aufs Zimmer gehen und auspacken, wollen wir uns zuerst von der Qualit\u00e4t der Hopfenspezialit\u00e4ten \u00fcberzeugen, nach 90 km mehr als verst\u00e4ndlich. Der Test verlief erfolgreich.<\/p>\n<p>Die Fahrr\u00e4der sicher im Schuppen untergestellt und dann aufs Zimmer und duschen. Das Zimmer ist sehr gut, mit einem sch\u00f6nen Bad und sogar einem Balkon.<\/p>\n<p>Klietz ist ein sehr kleiner Ort mit nicht einmal 2.000 Einwohnern und bietet keine weiteren kulinarischen Angebote. So entschlie\u00dfen wir uns, im Hotel zu essen und danach einen Verdauungsspaziergang am See zu unternehmen. 2 x Soljanka und jeweils einen kleinen Salat reichen uns. War richtig lecker.<\/p>\n<p>Der See l\u00e4dt nicht zum Baden ein, Schlingpflanzen und k\u00fchle Temperaturen sprechen dagegen. Wir verweilen einen Augenblick an der \u201eBadeeinstiegsstelle\u201c, besuchen noch kurz die Bockwindm\u00fchle und treten danach den R\u00fcckweg zum Hotel an, um noch das heute Erlebte im Tagebuch festhalten. Dann geht ein langer Tag zu Ende.<\/p>\n<hr>\n<h4>5.Etappe \u2013 Von Klietz nach Elbe\/ Parey Ferchland<\/h4>\n<p>Die Nacht verlief ruhig. Bett und vor allem die Kopfkissen waren top. Wir haben gut geschlafen. Jetzt freuen wir uns auf ein reichhaltiges Fr\u00fchst\u00fcck im Haupthaus. Heute haben wir mit ca. 60 km eine relativ kurze Etappe geplant und wollen diese ruhig angehen. Aber wie das mit Planungen so ist, manchmal kommt es anders.<\/p>\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck wird als Buffet angeboten und ist ausreichend, aber die Br\u00f6tchen sind alt und hart. Alte Br\u00f6tchen werden nicht frischer, wenn sie stundenlang aufgebacken werden. Die K\u00f6rnerbr\u00f6tchen sind etwas besser und werden als Proviant mitgenommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3586\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Die R\u00e4der waren sicher untergestellt\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/09072020_1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\">Zur\u00fcck auf dem Zimmer, macht uns der Blick nach oben etwas Sorgen. Es regnet leicht, aber dauerhaft. Wir ziehen die Regenjacke an und legen die dazu geh\u00f6rende Hose in Reichweite. Daf\u00fcr hat der Wind nachgelassen. Man kann nicht alles haben! Die R\u00e4der beladen und noch schnell bezahlen. Dann geht\u2019s los. Die Sonnenblume von Gestern hat die Nacht in einem Wasserglas verbracht und erfreut sich bester Gesundheit. Vorne am Lenker ist sie wieder dabei.<\/p>\n<p>Heute kommen wir nur an einer gr\u00f6\u00dferen Stadt vorbei \u2013 Genthin. Ob wir dort etwas zum Einkehren finden werden? Gegen Mittag sollten wir dort sein. Unser heutiges Tagesziel liegt in Ferchland und ist so eine Art Jugendherberge. Wir haben ein Doppelzimmer mit eigenem Bad gebucht. Da sind wir aber mal gespannt.<\/p>\n<p>Der Regen h\u00f6rt nicht auf und wir sind so froh, dass wir heute keine so lange Etappe vor uns haben. Trotzdem kommen wir gut voran. Kurz vor Genthin (in Brettin) stellen wir uns unter eine Baumgruppe und bei\u00dfen ins Br\u00f6tchen. Einkehrm\u00f6glichkeiten bis hier Fehlanzeige. Meine Hoffnung setze ich auf Genthin. Die werden sicher eine Currywurst o.\u00e4. haben und dann werde ich erbarmungslos zuschlagen.<\/p>\n<p>Genthin ist erreicht. Tats\u00e4chlich entdecke ich an der Hauptstra\u00dfe \u201eTommys Imbiss\u201c und er hat sogar ge\u00f6ffnet. Wir stellen die R\u00e4der unter das Vordach und ich bestelle bzw. versuche zu bestellen. Der Imbisswirt erkl\u00e4rt mir, das die angegebenen Preise nicht stimmen und er einen kr\u00e4ftigen Corona-Aufschlag nehmen muss. Obwohl ich schon unsere Daten in den Bewirtungszettel eingetragen hatte, lehne ich dankbar ab. Verarschen lassen wir uns nicht, und wenn er der letzte Imbiss in der Altmark w\u00e4re. Wir fahren weiter. Es regnet immer noch.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3587\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;\" title=\"F\u00fcr eine Pause ist uns auch eine Tankstelle recht\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/09072020_2.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"176\"><\/p>\n<p>So langsam brauchen wir aber ein Pl\u00e4tzchen f\u00fcr eine Pause. Auch heute f\u00fchrt ein gro\u00dfer Teil der Stecke durch waldiges Gebiet und die aufgeweichten Wege werden immer schlechter. Als wir aus dem Wald nach Parchen kommen reist uns der Geduldsfaden. Wir pausieren an einer Tankstelle und holen uns ein k\u00fchles Bier. Die R\u00e4der sind v\u00f6llig verdreckt und wir lassen uns auf dem Boden nieder. In dieser Situation ein phantastischer Platz. Das Berliner Bier schmeckt. Lebensgeister und Motivation kommen langsam zur\u00fcck. Es kann ja nicht mehr weit sein bis Parey, so lautete die Adresse.<\/p>\n<p>Wir fahren wieder in den Wald und m\u00fcssen jetzt sogar teilweise schieben, denn Fahren ist unm\u00f6glich. Gleich kommt Parey. Im Ort angekommen, zeigt uns ein Blick ins Handy, dass sich Parey sehr in die L\u00e4nge zieht und noch viele weitere Ortsteile dazu geh\u00f6ren. Ferchland liegt im \u00e4u\u00dfersten Norden der Gemeinde. Wir haben also noch ca. 20 km bis zur Unterkunft. Super! Das wird also nichts mit \u201ekurzer Etappe\u201c und 60 km. Gut, dass wir eine Pause gemacht haben. Wir sind jetzt wieder ganz dicht an der Elbe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3589 alignleft\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Das Haus Kiefernblick mitten im Wald\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/09072020_3.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"146\">Als wir in Ferchland ankommen, wird der Regen weniger. Die Mitarbeiter der Ferienunterkunft Haus Kiefernblick haben f\u00fcr den Abend ein Grillfest geplant. Wir sind die einzigen G\u00e4ste, die \u00fcber Nacht bleiben wollen. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt zu einem Grillabend auch ein Fass Bier und ich nutze die Chance und kann 2 frisch gezapfte f\u00fcr uns abzweigen (gegen Spende).<\/p>\n<p>Das Zimmer ist o.k., wenn auch etwas einfach, aber das hatten wir erwartet. Die Betten stehen getrennt und Bad und Zimmer verf\u00fcgen \u00fcber gro\u00dfe Heizk\u00f6rper und die funktionieren sogar. Das ist unsere Rettung, denn alles, was wir anhaben ist klitschnass. Wir haben die berechtigte Hoffnung, alles bis Morgen trocknen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auspacken, Duschen und alles zum Trocknen aufh\u00e4ngen. Die Fahrr\u00e4der haben ein eigenes Zimmer direkt nebenan. Dann machen wir uns mit Schirm bewaffnet auf, ein Lokal f\u00fcr unser Abendessen zu suchen. Im \u201eStorchennest\u201c finden wir einen Platz. Ich hatte sicherheitshalber vorher angerufen. Man wei\u00df ja nie, ob die \u00d6ffnungszeiten im Internet aktuell sind.<\/p>\n<p>Aufgrund des anstrengenden Tagesverlaufs reicht uns ein Teller Soljanka und eine Salat. Diesmal aber soll es ein gro\u00dfer Teller sein und keine kleine Tasse. Eine Speisekarte gibt es hier nicht. Das Bier schmeckt und wir erleben live, wie sich Wirtin und K\u00f6chin in die Haare kriegen. Der lautstarke Wortwechsel ist nicht zu \u00fcberh\u00f6ren. Leider f\u00fchrt das Durcheinander dazu, dass wir wieder nur eine Tasse bekommen und auch der bestellte Salat wurde nicht ausgeliefert. Schade, aber verzichten auf eine Nachlieferung und brechen auf. Noch ein kurzer Spaziergang zur Elbe und dann zur\u00fcck zur Unterkunft.<\/p>\n<p>Etwas Fernsehen (mit einer kleinen Nutella-\u00dcberraschung) und dann Augen zu. Das war heute ein Tag! Der Krach des Mitarbeiter-Meetings ist leider noch bis 22.30 Uhr zu h\u00f6ren, dann aber ist Totenstille. H\u00e4tten die nicht Morgen aufr\u00e4umen k\u00f6nnen? Aber vielleicht haben sie an die einzigen G\u00e4ste gar nicht mehr gedacht?<\/p>\n<hr>\n<h4>6.Etappe Von Elbe\/ Parey Ferchland nach Stendal<\/h4>\n<p>Meine Vermutung war richtig, niemand hatte an uns gedacht. Nach dem lautstarken Aufr\u00e4umen Gestern Abend wurden pflichtbewusst alle T\u00fcren fest verschlossen. Beim Versuch, zum Fr\u00fchst\u00fcck zu gehen, stellten wir fest \u2013 man hatte uns eingeschlossen!!! Zum Gl\u00fcck hatte ich eine Telefonnummer und konnte so von unserer misslichen Lage berichten. Ich bin durch Fenster geklettert und war schon auf dem Weg zum Nachbarhaus, wo auch unser Fr\u00fchst\u00fcck p\u00fcnktlich auf uns wartete, als mir die nette Frau mit Schl\u00fcssel entgegen kam und sich vielmals entschuldigte. Das h\u00e4tte nat\u00fcrlich niemals passieren d\u00fcrfen. Sie versicherte uns, diesen Vorfall an oberster Stelle zu melden, damit so etwas nie wieder passiert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3590 alignright\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Fr\u00fchst\u00fcck mit allem Drum und Dran - liebevoll serviert\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10072020_1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"264\">Jetzt erst einmal fr\u00fchst\u00fccken. Nur f\u00fcr uns wurde der Tisch gedeckt, Kaffee und Eier gekocht, Obst und S\u00e4fte bereit gestellt. Alles sehr liebevoll gemacht. Leider regnet es auch heute wieder. Wir lassen uns Zeit beim Fr\u00fchst\u00fccken und hoffen auf Besserung. Zum Gl\u00fcck ist alles \u00fcber Nacht getrocknet und kann zum Teil wieder getragen werden. Ich beschlie\u00dfe trotzdem, im n\u00e4chsten gr\u00f6\u00dferen Ort einen Zweitpullover zu erwerben, denn meiner hat jetzt endg\u00fcltig auch die letzte Spannkraft verloren, ein trauriger Anblick.<\/p>\n<p>Br\u00f6tchen f\u00fcr Unterwegs geschmiert und Fruchtsaft in unsere Trinkflaschen gef\u00fcllt. Wir bedanken uns f\u00fcr die freundliche Bewirtung, gehen zur\u00fcck aufs Zimmer und beladen die R\u00e4der. Der Regen h\u00f6rt noch nicht auf und wir werfen uns ins Regenoutfit.<\/p>\n<p>Heute sind auch nur ca. 60 km geplant und wir kommen dabei zun\u00e4chst durch Jerichow und sp\u00e4ter durch die Hansestadt Tangerm\u00fcnde. Mal schauen, wie viele Kilometer am Ende auf der Uhr sind? Gegen 9.00 Uhr brechen wir auf.<\/p>\n<p>In voller Montur fahren wir los. Nach ca. 1 Stunde wird der Regen deutlich weniger und h\u00f6rt schlie\u00dflich ganz auf. Die Sonne kommt sogar raus. Die Regensachen verschwinden hinten auf dem Rad. Jerichow ist erreicht, bietet aber au\u00dfer einem bauf\u00e4lligen Kloster nichts aufregendes. Kurz vor Tangerm\u00fcnde \u00fcberqueren wir die Elbe. Diesmal nicht mit einer F\u00e4hre, sondern \u00fcber eine Br\u00fccke.<\/p>\n<p>Kurz danach erreichen wir Tangerm\u00fcnde. Zeit f\u00fcr eine Pause und den Pullover-Kauf. Mein letztes T-Shirt mit \u00c4rmeln ist unter der Regenjacke so nass geworden, dass ich es ausziehen muss, sonst droht eine Erk\u00e4ltung. Ich hatte bei der Planung f\u00fcr diese Tour verst\u00e4rkt auf Tr\u00e4ger-Shirts gesetzt und einigeExemplare dabei. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit, eins davon anzuziehen. Jetzt habe ich die erste M\u00f6glichkeit, denn die Sonne strahlt. Tangerm\u00fcnde ist h\u00fcbsch und die H\u00e4user im Zentrum sind sehenswert. Hier gibt es Gesch\u00e4fte und ich kaufe mir zwei zus\u00e4tzliche T-Shirts. Die Idee mit dem Pullover habe ich verworfen. Eine Bratwurst in die Hand kommt jetzt gerade richtig. Danach besuchen wir die Stephanskirche und machen in einem griechischen Biergarten eine Getr\u00e4nkepause. Nirgends auf dieser Tour hatten wir die M\u00f6glichkeit, in einer Kirche eine Kerze aufzustellen. Schade eigentlich. Wir h\u00e4tten manchmal himmlische Unterst\u00fctzung gut brauchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3591 alignleft\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Die Sonne lacht noch in Arneburg\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10072020_2-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10072020_2-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10072020_2.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Jetzt geht es weiter nach Arneburg immer in Reichweite der Elbe. Am Rande der Getreidefelder nerven fiese kleine schwarze Tierchen und begleiten uns einige Zeit. Der Strecke ist jetzt asphaltiert, geht zwar rauf und runter, aber durch die Sonne macht es uns kaum etwas aus. In Arneburg steht die Br\u00f6tchenpause auf dem Plan. Wir haben nur noch ca. 15 km bis Stendal. Auf dem Marktplatz in Arneburg treffen wir ein junges P\u00e4rchen, dass schon seit einigen Wochen unterwegs ist und kommen ins Gespr\u00e4ch. Die Sonne scheint noch. Nach dem 2. Fr\u00fchst\u00fcck wollen wir weiter, aber der Himmel sagt nein. Noch in Arneburg m\u00fcssen wir eine Zwangspause in einer Pizzeria einlegen (schlimm nicht?), um den kr\u00e4ftigen Schauer trocken \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Jetzt verlassen wir die N\u00e4he zur Elbe und fahren Richtung Stendal. Die Sonne ist wieder zur\u00fcck, aber die Wege werden schlechter. Derbes Kopfsteinpflaster und Schlagl\u00f6cher machen uns zu schaffen. Auf einem absch\u00fcssigen Streckenabschnitt springt meine Ortliebtasche aus der Halterung, und kappt mir 4 Speichen am Hinterrad. Nat\u00fcrlich hat sich das Rad dadurch v\u00f6llig verzogen und schleift so stark, dass ein Fahren nicht mehr m\u00f6glich ist. Was machen?<\/p>\n<p>Wir haben, wenn die Planung heute stimmt, noch \u00fcber 10 km und Schieben ist eigentlich keine Option. Also, Rad entladen, auf den Kopf stellen und versuchen, das Schleifen zu minimieren. Ich lockere das Hinterrad und spanne es etwas schr\u00e4g wieder ein. Das Hinterrad eiert zwar immer noch, aber ich kann fahren. In Stendal brauche in dringend eine Werkstadt. Jeder Tag auf dieser Tour bietet etwas Besonderes.<\/p>\n<p>Der Wind wird immer st\u00e4rker. Die letzten Kilometer haben wir (nat\u00fcrlich) Gegenwind. Um ca. 16.15 Uhr erreichen wir nach exakt 60 km die Hansestadt Stendal und unser Hotel. Perfekte Planung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3592 alignright\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Meine Rettung - Fahrrad Neumann in Stendal\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10072020_3.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\">Ich erz\u00e4hle dem Besitzer von meinem Problem und er wei\u00df sofort Rat. Nur 700 m entfernt ist ein kompetenter Fahrradladen, der mir hoffentlich hilft. Ich mache mich sofort auf den Weg, w\u00e4hrend meine bessere H\u00e4lfte unsere Sachen auspackt und das Zimmer bezieht. Es ist kaum zu glauben, aber noch vor Feierabend (18.00 Uhr) kann ich mein Fahrrad fertig repariert wieder abholen. Ich kann Fahrrad Neumann in Stendal nur w\u00e4rmstens empfehlen. Das ist ja nochmal gut gegangen. Gl\u00fcck braucht man auch auf einer Radtour.<\/p>\n<p>Das Zimmer in der Pension am M\u00f6nchskirchhof ist wahrscheinlich das Beste auf der gesamten Tour, wenn auch ohne Fr\u00fchst\u00fcck. Modern, gro\u00df und sehr sauber. Eine kleine K\u00fcche mit Wasserkocher, Geschirr und Gl\u00e4sern steht gegen\u00fcber zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Nachdem wir die gr\u00f6\u00dfte Sorge los sind, besuchen wir die Innenstadt von Stendal, um ein Lokal f\u00fcrs Abendessen zu finden. Heute bitte nicht schon wieder Soljanka. Es ist richtig kalt geworden und der Wind pfeift ordentlich. Wir entscheiden uns f\u00fcr ein asiatisches Restaurant und werden nicht entt\u00e4uscht. Echt lecker und nicht teuer. Das Wetter ist ungem\u00fctlich und wir laufen zur\u00fcck Richtung Hotel.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3594 alignleft\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Das Tagebuch darf nicht vergessen werden\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10072020_4-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10072020_4-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10072020_4.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>In einem gro\u00dfen Supermarkt in der N\u00e4he kaufen wir noch einige Leckereien f\u00fcr den Abend und etwas f\u00fcr das morgige Fr\u00fchst\u00fcck. Es wird Kl\u00f6ben mit Erdbeermarmelade geben. Noch etwas das Tagebuch aktualisieren und einige Fotos vom Tag nach Hause schicken. Dann aufs Bett legen und noch etwas in die Glotze schauen. Ein sehr interessanter Tag ist zu Ende.<\/p>\n<hr>\n<h3>7.Etappe Von Stendal nach Gardelegen<\/h3>\n<p>Wir haben sehr gut geschlafen, kein Wunder nach der Aufregung gestern. In der Nacht war es sehr ruhig und nicht zu warm im Zimmer. Drau\u00dfen scheint die Sonne und wir genie\u00dfen das selbst gemachte Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p>Heute steht eigentlich die K\u00f6nigsetappe (77 km) auf dem Plan, aber die hatten wir wahrscheinlich schon auf der Fahrt nach Klietz. Obwohl die Sonne scheint, m\u00fcssen wir uns warm anziehen, denn es ist noch ziemlich frisch.<\/p>\n<p>Bereits am Vormittag werden wir heute durch die Kaiser- und Hansestadt Tangerh\u00fctte kommen. Der Name verspricht einiges.<\/p>\n<p>Wir kommen gut voran und entledigen uns nach und nach der w\u00e4rmenden Klamotten. Die Zwiebeltechnik hat sich wieder einmal bew\u00e4hrt. Nach ca. 20 km haben wir Tangerh\u00fctte erreicht und sind ziemlich entt\u00e4uscht. Die Stadt wirkt sehr bauf\u00e4llig und bietet einen traurigen Anblick. Hier ist nichts, was uns zum Verweilen motivieren k\u00f6nnte. Durch und weiter. So langsam wird uns bewusst, dass wir heute die letzte Etappe fahren. Einen H\u00f6hepunkt werden wir heute noch erleben, denn irgendwo werden wir die 500 km \u2013 Grenze erreichen.<\/p>\n<p>Der Wind ist heute wieder gerne von vorne unterwegs und bl\u00e4st uns munter ins Gesicht. Es ist daher auch keine gro\u00dfe \u00dcberraschung, dass hier sehr viele Windr\u00e4der in die Landschaft gepflanzt wurden. Wenn nicht hier, wo dann? In L\u00fcderitz machen wir ein kleine Pause und genie\u00dfen unseren Kl\u00f6ben. Auf der weiteren Strecke entdecken wir auf einem betonierten Radweg Spuren und untersuchen diese fachm\u00e4nnisch. Wir entscheiden, dass es sich um Spuren von W\u00f6lfen handeln mu\u00df, denn schlie\u00dflich haben wir schon welche geh\u00f6rt und gesehen. Aus der Ferne sehen wir an einem Hang eine Schafherde und schon von weitem macht uns der Herdenschutzhund darauf aufmerksam, dass unsere Anwesenheit hier nicht erw\u00fcnscht ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3595 alignright\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"500 km !!!!!!\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/11072020_2.jpg\" alt=\"\" width=\"231\" height=\"173\"><\/p>\n<p>Gleich ist die neue Schallmauer erreicht, mit <strong>500 km<\/strong> auf einer Tour setzen wir uns eine neue Bestmarke und nat\u00fcrlich auch neue Herausforderungen f\u00fcr die Zukunft. Gegen 13.00 Uhr, kurz vor Vollenschier, ist es geschafft. Die letzten Meter werden geschoben, um den Moment auf dem Tacho festhalten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Kilometer verlaufen eint\u00f6nig und unspektakul\u00e4r. Die Wege sind teilweise wieder sehr sandig, eng oder von sonst schlechter Qualit\u00e4t. Das st\u00f6rt uns alles nicht mehr, denn es ist unser letzter Tag und das macht uns eher traurig.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3596 alignleft\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"So ein Mist - Jetzt muss es doch noch mal regnen\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/11072020_4.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"140\"><\/p>\n<p>Bisher hatten wir Gl\u00fcck mit dem Wetter, aber in einem Waldst\u00fcck werden wir doch noch von einem Schauer \u00fcberrascht. Nach kurzem Stop unter B\u00e4umen und der Sicherstellung des Sattelbezugs (Schaf) geht es aber bald weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3597 alignright\" style=\"margin-right: 10px; margin-left: 10px;\" title=\"Kleine St\u00e4rkung kurz vor dem Ziel\" src=\"https:\/\/www.freizeittourer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/11072020_5.jpg\" alt=\"\" width=\"252\" height=\"190\">Kurz vor der Stadtgrenze Gardelegen liegt die kleine Ortschaft Kloster Neuendorf. Ein Imbiss mit Sitzgelegenheiten im Au\u00dfenbereich lacht uns an und wir k\u00f6nnen nicht widerstehen. Auch weil hier frisches Klosterbr\u00e4u angeboten wird und wir einen stechenden Durst versp\u00fcren. Erg\u00e4nzt mit einer Portion Pommes und dem Tagesziel in Reichweite genie\u00dfen wir die Pause. Warum gab es nicht \u00f6fter solche M\u00f6glichkeiten zum Verweilen?<\/p>\n<p>Jetzt nur noch schnurgerade die Hauptstra\u00dfe entlang, denn unsere Unterkunft liegt am anderen Ende der Stadt. Gegen 16.45 Uhr erreichen wir unser Hotel in Gardelegen. Eine geschlossene Gesellschaft mit vielen Kindern hat es sich im Hinterhof gem\u00fctlich gemacht und wird mit allerlei Grillspezialit\u00e4ten verw\u00f6hnt. Hoffentlich bleiben sie weitgehend ruhig und gehen rechtzeitig nach Hause, denn guter Schlaf ist uns wichtig.<\/p>\n<p>Nach dem Duschen bringen wir schon einige Sachen ins Auto. Danach suchen wir das uns schon bekannte Restaurant auf und genie\u00dfen den letzten Abend. Als Ausklang gehen wir noch einmal zum Wildgehege, denn wir haben diesmal etwas Futter dabei. Als wir ins Hotel zur\u00fcck kommen, ist die Feier noch im Gange. Unser Zimmer liegt aber zum Gl\u00fcck zur anderen Seite und wir bekommen davon nur wenig mit. Einzig das Aufr\u00e4umen am sp\u00e4ten Abend hat genervt.<\/p>\n<hr>\n<h4>R\u00fcckfahrt<\/h4>\n<p>Nachdem alle G\u00e4ste gegangen waren und auch der letzte Teller abger\u00e4umt und gesp\u00fclt war, hatten wir eine ruhige Nacht. Das Fr\u00fchst\u00fcck war, wie schon am ersten Tag sehr gut und reichhaltig. Als Bonbon haben wir sogar frische hei\u00dfe Waffeln bekommen. Echt lecker.<\/p>\n<p>Nur noch bezahlen, die n\u00e4chste Tankstelle aufsuchen und dann Richtung Heimat. Ich hatte f\u00fcr die R\u00fcckfahrt den Sonntag gew\u00e4hlt, um l\u00e4stigen Staus und den LKWs aus dem Weg zu gehen. Diese Entscheidung erwies sich als richtig, denn schon um 14.07 Uhr waren wir wieder zu Hause. Jetzt haben wir wieder viel Zeit die Erlebnisse sacken zu lassen. Fotobuch machen und Bericht f\u00fcr die Website schreiben und dann machen wir uns sicher schon bald Gedanken \u00fcber die n\u00e4chste Tour, die wir erobern wollen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Ende<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich wieder auf Tour! Wir sind vom 04.07. \u2013 11.07.2020 unsere bisher l\u00e4ngste (8 Tage) und weiteste (528km) Radtour in Angriff genommen. Der Rundkurs durch die Altmark ist ein Paradies f\u00fcr ruhe suchende Zeitgenossen. 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